Als Automatikuhren werden mechanische Armbanduhren bezeichnet, die sich durch die Bewegung des Armes beim Tragen der Uhr automatisch aufladen. Um eine Automatikuhr betriebsbereit zu halten, ist deshalb keine Batterie notwendig, dafür muss die Uhr regelmäßig bewegt werden, damit das Uhrwerk nicht stehen bleibt.

Wie funktioniert eine Automatikuhr?

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Das Uhrwerk einer Automatikuhr

Herzstück einer Automatikuhr ist ein meist kugelgelagerter Rotor. Dieser erzeugt bei Bewegung der Uhr durch die Massenträgheit und Schwerkraft ein Drehmoment, das zum aufzuziehen des Uhrwerks genutzt wird. Bei den meisten Uhrwerken bewegt sich der Rotor lediglich in einem Halbkreis. Auf diese Weise reicht eine leichte Drehung der Uhr für eine komplette 180 Grad Drehung des Rotors aus. Damit die Zugfeder der Uhr nicht überdreht wird, wenn diese bereits vollständig aufgezogen ist, kommt eine sogenannte Rutschkupplung zum Einsatz, die in diesem Fall die Zugfeder vom Aufziehmechanismus trennt. Eine Gangreserve sorgt dafür, dass das Uhrwerk auch ohne bewegt zu werden eine Zeit lang weiter läuft. In der Regel beträgt die Dauer je nach Modell und Hersteller zwischen 30 und 60 Stunden. Uhrenbeweger können dafür verwendet werden, Automatikuhren auch über einen längeren Zeitraum zu lagern, ohne dass die Uhr stehen bleibt. Die Geräte werden deshalb besonders oft von Sammlern oder Besitzern mehrerer Automatikuhren verwendet.

Die Geschichte der Automatikuhr

 Die ersten Hinweise auf automatische Taschenuhren stammen bereits aus dem 16. Jahrhundert. Die erste richtige Armbanduhr mit Automatikwerk wurde allerdings erst 1922 von der Firma Leroy in Frankreich entwickelt aber nie auf den Markt gebracht. Stattdessen war es der britische Uhrmacher John Harwood, der 1. September 1924 das Patent auf Automatikuhren erhielt. Zwei Jahre später wurden schließlich in Zusammenarbeit mit verschiedenen Unternehmen die ersten Modelle zum Verkauf angeboten. Ein der bekanntesten Automatikuhren ist die Rolex Oyster Perpetual von 1931. Das Unternehmen patentierte sich daraufhin die erste funktionsfähige Automatikarmbanduhr mit einseitig aufziehbarem Rotor. Heutzutage gelten gerade die hochqualitativen Rolex Uhren als Wertanlage. Im Laufe der 1950er Jahre kamen auch die ersten Automatikuhren von deutschen Herstellern wie Junghans auf den Markt.

Welche Vorteile bietet eine Automatikuhr?

Im Vergleich zu mechanischen Uhren mit Handaufzug oder batteriebetriebenen Quarzuhren bieten Automatikuhren dem Besitzer einige besondere Vorteile:

  • Eine stets gleichmäßig gespannte Feder sorgt für einen gleichmäßigeren Lauf des Uhrwerks
  • Es ist kein manuelles Aufziehen der Triebfeder notwendig
  • Es wird keine Batterie für den Betrieb benötigt
  • Bei guter Pflege halten Automatikuhren meist ein Leben lang
  • Das in Handarbeit gefertigte Uhrwerk ist ein Meisterwerk der Uhrmacherkunst und deshalb auch von Sammlern geschätzt

3 Nützliche Tipps zum Umgang mit Automatikuhren

  1. Vermeiden Sie das Tragen von Automatikuhren beim Sport. Vor allem bei Betätigungen mit starken Erschütterungen oder Schlägen, wie beispielsweise Joggen oder Tennis, kann das empfindliche Uhrwerk Schaden nehmen.
  2. Bringen Sie eine Automatikuhr nicht in die Nähe starker Magnetfelder, wie sie zum Beispiel in medizinischen oder industriellen Anlagen vorkommen können. Einzelne Bauteile des Uhrwerks können dadurch magnetisiert werden, was die Funktion einschränken kann.
  3. Schützen Sie die Uhr vor schädlichen äußeren Einflüssen, wie Wasser und Feuchtigkeit oder auch starken Chemikalien und Gasen. Diese können Schäden am Gehäuse verursachen oder schlimmstenfalls auch in das Innere der Uhr gelangen.

Automatikuhren sind nicht nur im Alltag besonders praktisch, sondern aufgrund der ausgefeilten Mechanik auch bei technikbegeisterten Sammlern beliebt. Um die Uhren stets betriebsbereit zu halten und diese angemessen lagern und präsentieren zu können, stellen die Geräte aus unserem Uhrenbeweger Test eine nützliche Hilfe dar.

Was sind Automatikuhren?
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