Warum man regelmäßig seine Automatikuhr aufziehen sollte, wie es richtig geht und was dabei zu beachten ist.

automatikuhr richtig aufziehen

Im Gegensatz zu batteriebetriebenen Quarzuhren wird bei Automatikuhren keine Energiequelle benötigt, um die Uhr am Laufen zu halten. Die spezielle Mechanik einer Automatikuhr ist so konstruiert, dass das Uhrwerk allein von der Bewegung der Hand des Uhrenträgers in Betrieb gehalten wird. Die auf diese Weise erzeugte Energie wird in der sogenannten Gangreserve gespeichert. Die Uhr läuft dann so lange, bis die vollständig aufgezogene Uhrfeder ihre Spannung komplett verloren hat und das Uhrwerk stehen bleibt. Obwohl Sie aufgrund ihrer Mechanik selbstaufziehend ist, kommt es trotzdem vor, dass man von Zeit zu Zeit auch mal eine Automatikuhr aufziehen muss. Beispielsweise, wenn diese nicht regelmäßig 8 bis 10 Stunden am Tag getragen und bewegt wird.

Warum Automatikuhr aufziehen?

  • Damit stets eine akkurate Zeitanzeige gewährleistet werden kann.
  • Damit sich ein stabiles Gangverhalten etablieren kann.
  • Damit das mechanische Uhrwerk stetig läuft und keine Schäden nimmt.
  • Damit die Uhr eine lange Lebensdauer hat.

Wie Automatikuhr aufziehen?

Grundsätzlich gibt es 3 Methoden, um eine Automatikuhr aufzuziehen:

1. Automatikuhr aufziehen durch die Bewegung des Handgelenk
2. Automatikuhr aufziehen über die Krone
3. Automatikuhr aufziehen mittels Uhrenbeweger
automatikuhr aufziehen per bewegung des handgekenks bild
automatikuhr aufziehen an der krone bild
automatikuhr aufziehen per uhrenbeweger bild
Im Folgenden werden wir genauer auf die einzelnen Methoden eingehen.

automatikuhr aufziehen per bewegung des handgekenks bildAutomatikuhr aufziehen durch die Bewegung des Handgelenks

Üblicherweise wird eine Automatikuhr einfache durch die Bewegung des Handgelenks regelmäßig aufgezogen. Dafür muss man die Uhr natürlich auch Tragen und kann diese nicht einfach über längere Zeit ablegen oder in einer Uhrenbox verwahrt im Schrank lagern.

Wird die Uhr regelmäßig 8 Stunden am Tag getragen, dann lädt sich die Gangreserve stets wieder voll auf.

Automatikuhren sind mit einem Aufzugsmechanismus ausgestattet. Im Inneren der Uhr befindet sich entweder ein oszillierendes Metallgewicht oder eine Schwungmasse, die Bewegungen des Handgelenks erkennt und deren kinetische Energie über Zahnräder auf die Hauptfeder der Uhr überträgt und diese aufzieht. Die Energie aus der Bewegung wird auf diese Weise als Gangreserve in der Uhrfeder gespeichert und hält das Uhrwerk am Laufen.

Wird die Uhr über längere Zeit nicht bewegt, dann wird die gespeicherte Energie aus der Gangreserve für den Betrieb des Uhrwerks verwendet. Ist diese erschöpft, dann bleibt die Uhr stehen. Die Gangreserve hält in der Regel ungefähr 48 Stunden. Anschließend muss die Automatikuhr aufgezogen werden.

Achtung: Da der Aufzugsmechanismus auf normale und regelmäßige Bewegung abgestimmt ist, sollte eine Automatikuhr nicht beim Sport getragen werden. Die schnellen und hektischen Bewegungen bei Sportarten wie Tennis, Fußball oder Basketball stören den feinen Mechanismus und können bleibende Schäden am Uhrwerk verursachen.

Automatikuhr aufziehen über die Krone

automatikuhr aufziehen an der krone bildReicht die regelmäßige Bewegung nicht aus, um die Uhr am Laufen zu halten, dann muss man selbst Hand anlegen. Bei jeder Automatikuhr gibt es die Möglichkeit, diese über die Krone aufzuziehen. Dabei handelt es sich um einen kleinen Stellknopf, der sich üblicherweise an der rechten Seite der Uhr befindet. Folgendes Vorgehen ist zu empfehlen:

  • 1. Die Uhr vom Handgelenk nehmen

Als Erstes sollte man die Uhr vom Handgelenk herunter nehmen. Auf diese Weise kommt man einerseits besser an die Krone heran und es wird andererseits die Gefahr minimiert, dass man zu stark an der Krone dreht.

  • 2. Die Krone einstellen

Als Nächstes sollte man die korrekte Einstellung der Krone für das Aufziehen der Uhr finden. Je nach Modell und Hersteller kann es dabei zu Unterschieden kommen. Über die Krone kann man nicht nur die Uhr aufziehen, sondern auch die Urzeit oder das Datum auf dem Zifferblatt einstellen. Dafür muss die Krone entweder halb oder ganz herausgezogen werden. Um die Uhr aufzuziehen, muss die Krone üblicherweise gar nicht herausgezogen werden, sondern nur in eine bestimmte Richtung gedreht werden.

Achtung: Bei wasserfesten Uhren muss die Krone zuerst gelockert werden, da sie im normalen Betrieb so festsitzend ist, dass kein Wasser ins Innere des Gehäuses eindringen kann.

  • 3. Die Krone drehen

Um die Uhrfeder zu spannen und die Uhr aufzuziehen, muss die Krone im Uhrzeigersinn gedreht werden. Dazu sollte man sie fest zwischen Daumen und Zeigefinger fassen und vorsichtig von unten nach oben drehen. Bis die Uhr vollständig aufgezogen werden in der Regel um die 30 Umdrehungen benötigt. Ist die Uhrfeder voll gespannt, macht sich dies auch durch einen deutlich spürbaren Widerstand beim Drehen bemerkbar.

  • 4. Uhrzeit überprüfen und stellen

Nachdem man die Uhr aufgezogen hat, sollte man überprüfen, ob sowohl die korrekte Uhrzeit als auch das richtige Datum auf dem Ziffernblatt angezeigt werden. Da über die Krone auch diese Einstellungen vorgenommen werden, könnten sich diese aufgrund der Bewegung unabsichtlich verstellt haben.

Achtung: Beim Stellen der Uhr sollten die Zeiger stets im Uhrzeigersinn und nicht in entgegengesetzte Richtung bewegt werden. Auf diese Weise kann die Mechanik der Uhr geschont werden.

  • 5. Krone befestigen

Zu guter Letzt gilt es, die Krone der Uhr wieder ordentlich zu befestigen. Dazu schiebt man Sie mit sanftem Druck wieder zurück in die Ausgangsstellung. Vor allem bei wasserdichten Uhren muss hier darauf geachtet werden, dass es zu keinerlei undichten Stellen am Gehäuse kommt.

Automatikuhr aufziehen mittels Uhrenbeweger

automatikuhr aufziehen per uhrenbeweger bildWird eine Automatikuhr nicht regelmäßig getragen, sondern in erster Linie als Sammlerstück oder Wertanlage aufbewahrt, sollte sie trotzdem regelmäßig aufgezogen werden. Nur auf diese Weise kann eine auf Dauer optimal funktionierende Mechanik gewährleistet werden.

Für genau diesen Zweck gibt es Uhrenbeweger. Die funktionellen und gleichzeitig dekorativen Geräte dienen der fachgerechten Lagerung von Automatikuhren. Diese werden hier nicht nur ansprechend in Szene gesetzt, sondern durch die verbaute Technik auch regelmäßig bewegt. Dabei wird die natürliche Bewegung, wie sie normalerweise beim Tragen der Uhr vorkommt, simuliert.

Uhrenbeweger gibt es in den verschiedensten Varianten. Je nach Hersteller und Modell werden sie in unterschiedlichen Designs und mit unterschiedlichen Funktionen angeboten. Es gibt beispielsweise Geräte im klassischen Look aus edlen Holzsorten oder elegante Geräte aus Metall mit modernem Design. Viele Hersteller bieten zudem Modelle an, bei denen nicht nur eine einzelne Uhr, sondern gleich eine ganze Uhrensammlung untergebracht werden kann. Im Uhrenbeweger Test auf unserer Webseite stellen wir die beliebtesten Geräte ausführlich vor und helfen Ihnen dabei, das passende Modell für Ihre einzelne Automatikuhr oder Ihre ganze Uhrensammlung zu finden.

Häufig gestellte Fragen zum Thema Automatikuhr richtig aufziehen

Hier haben wir einige häufig gestellte Fragen zum Thema Automatikuhr richtig aufziehen gesammelt und beantwortet:

Kann man eine Automatikuhr beim Aufziehen überdrehen?

automatikuhr-aufziehen-fragen

Der Mechanismus einer Automatikuhr besitzt einen eingebauten Schutz, sodass sich die Uhr nicht überdrehen lässt. Ist die Feder komplett aufgezogen, dann löst sich das Getriebe von der Feder, um eine Überlastung zu vermeiden. Zusätzlich bauen viele Hersteller ein manuelles Feedback ein. Mit zunehmender Spannung auf der Uhrfeder steigt der Widerstand beim Drehen der Krone, so wie man es von klassischen Handaufzug Uhren kennt.

 

Automatikuhr aufziehen in welche Richtung?

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Nahezu alle auf dem Markt erhältlichen Automatikuhren lassen sich aufziehen, indem die Krone im Uhrzeigersinn gedreht wird. Dies bedeutet, wenn man von oben auf die Uhr guckt, muss die Krone von unten in Richtung der 12 Uhr Markierung gedreht werden.

Trotzdem kann bei vielen Modellen die Krone auch gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden. Dabei läuft der Mechanismus aber üblicherweise ins Leere und hat keinen Effekt auf die Spannung der Feder. Dies ermöglicht allerdings, dass man beim Aufziehen einer Automatikuhr die Krone bequem mit einer Hand abwechselnd nach links und rechts bewegen kann.

 

Automatikuhr aufziehen wie lange bzw. wie viele Umdrehungen?

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Ist die Gangreserve einer Automatikuhr komplett aufgebraucht, dann muss die Krone ungefähr 30 Mal um die eigene Achse gedreht werden, bis die volle Spannung der Uhrfeder wieder erreicht ist. Ist noch verbleibende Spannung vorhanden, sind entsprechend weniger Umdrehungen notwendig. Üblicherweise dauert der Vorgang nur wenige Minuten, wenn man sich nicht zu ungeschickt anstellt.

 

Automatikuhr aufziehen wie oft?

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Wie oft man eine Automatikuhr aufziehen muss, hängt davon ab, wie regelmäßig man sie bewegt. Wird die Uhr jeden Tag etwa 8 Stunden lang getragen, dann reichen die normalen Handbewegungen aus, damit der in der Uhr verbaute Mechanismus das Uhrwerk am Laufen hält. Anders sieht es aus, wenn die Uhr nicht getragen wird. Dann sollte sie trotzdem regelmäßig jeden Tag bewegt bzw. aufgezogen werden, damit das Uhrwerk stets in Bewegung ist. Hier sind Uhrenbeweger besonders praktisch, da sie diese Aufgabe komplett selbstständig übernehmen.

Automatikuhr aufziehen – so geht es richtig!
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